Schönheitswettbewerb mit dem Frauenchor

Solinger Tageblatt * 02. September 2017 * von Jutta Schreiber-Lenz

Thomas Schlerka und seine „Mädels“ laden für den
24. September ins Theater und Konzerthaus ein.

 

Im Kaufhaus das Outfit aufpolieren: Im Kosmetik-Studio, beim Juwelier, im Fitness-Studio, beim Friseur und natürlich in der Boutique. „Schönheit gibt’s nicht geschenkt“, wie der Titel der neuen szenisch-musikalischen Revue des Frauenchores der Klingenstadt Solingen es so treffend formuliert. „Frauen scheuen weder Kosten noch Aufwand, um die eigene Optik mit Hilfe diverser Utensilien oder kosmetischer Tricks zu verbessern“, sagte die Vorsitzende Sabine Schaaf schmunzelnd.

Was also liegt näher, als den immerwährenden weiblichen Stress mit sich selbst einmal augenzwinkernd und selbstironisch in musikalisch-lockerer Form auf die Bühne zu bringen? Mit Spaß, Fantasie und geballter Kreativität feilt der Frauenchor mit Leiter Thomas Schlerka und Regisseurin Stefanie Heine derzeit am Auftritt am 24. September im Theater und Konzerthaus. Alle gängigen Klischees rund um Frauen und ihre Eitelkeiten werden bedient – als flotte Revue verspricht das gute Unterhaltung.

Von „Diamonds are a girl’s best friend“ bis „Dancing Queen“

Choreographin und Regisseurin Stefanie Heine strickte Szenen um Songs und Schlager herum, die Chorleiter Thomas Schlerka und sein muskalischer Compagnon Sebastian Ostmeyer herausgesucht hatten. Mit dabei sind beispielsweise „Diamonds are a girl’s best friend“ oder „Dancing Queen“ von Abba.

 

„Wir schicken die Frauen einzeln, zu zweit, in kleinen oder großen Gruppen auch ins Café und ins Reisebüro“, erzählte Thomas Schlerka grinsend. Ihm macht es riesigen Spaß, mit „seinen Mädels“ kräftig auf der Klaviatur der Satire zu spielen. Natürlich werde auch die vielzitierte „Stutenbissigkeit“ behandelt, etwa, wenn es um die Wahl der „Kundin des Monats“ oder am Ende gar um die der „Kundin des Jahres“ geht, sagte Schlerka gut gelaunt. Ein paar „Gastmänner“ treten auch auf, einer zum Beispiel als Tüten und Taschen schleppender Ehemann, der keinen Hehl aus seiner zunehmenden Lustlosigkeit an der Shopping-Begeisterung seiner Frau macht.

 

Die Idee für die dritte große Revue dieser Art ist vor einem Jahr entstanden. Seit Januar wird mit steigender Intensität geprobt. Dieses Mal gebe es deutlich mehr gesprochene Dialoge als zuvor, sagte Schlerka. Nach den beiden großen Erfolgen mit dem „Rössel“ und „Unsere Stunde soll es sein“ seien viele Sängerinnen mutiger und souveräner geworden und hätten sich diesmal eher Solo-Partien zugetraut, berichtete Schlerka voller Anerkennung. „Auch ältere Damen sind im Pool der Solistinnen.“

 

Das Projekt habe jedem Chor-Mitglied die Möglichkeit gegeben, sich nach Lust und Selbstbewusstsein einzubringen. „Für alle stand aber immer das Projekt als gemeinsames Ziel im Vordergrund, es gab nie irgendwelche Bewertungen der einzelnen Rollen.“ Für die Musik zu den Liedern sorgt erneut das Sinfonieorchester der Philharmonischen Gesellschaft Düsseldorf, das Schlerka seit Jahren leitet.

 

Der nächste Schritt seien nun die Proben im Pina-Bausch-Saal

Erstmalig bringen die Ketzberger Soul-Teens unter der Leitung von Elisabeth Szakács als Gäste jungen Musik-Wind auf die Bühne. Die Wuppertaler „Swing-Jugend“ wird mit flotten Tanzeinlagen überraschen. Das Miteinander mit den beiden jungen Ensembles habe sofort wunderbar funktioniert. „Da gab es überhaupt keine Berührungsängste“, sagte Sabine Schaaf, die mit ihren Chorschwestern spürbar dem Auftritt entgegenfiebert. Der nächste Schritt seien nun die Proben im Pina-Bausch-Saal. „Bei den letzten Malen hat die Zusammenarbeit mit dem dortigen Technik-Team immer wunderbar funktioniert“, sagte Thomas Schlerka. „Ich freue mich richtig auf diese Kooperation.“

Letztlich entstehe bei diesen letzten Proben erst das, was das Publikum tatsächlich zu sehen bekomme. „Die einzelnen Teile werden zusammengesetzt, das Geprobte auf das Bühnenformat gebracht – das ist natürlich noch mal eine sehr intensive Arbeit.“ Hier ist erneut Stefanie Heine gefragt, die auch Bühnenbild und Kostüme im Blick hat.

VORVERKAUF

Der Vorverkauf hat begonnen. Wer an Karten interessiert ist, kann sich über die Homepage an den Chor selbst wenden. Auch die Bürgerbüros und die Theaterkasse verkaufen Tickets. Die Karten kosten zwischen 21 Euro und 30 Euro (ermäßigt ab 14,40) zuzüglich Gebühren. Ein Kartenkontigent gibt es auch beim Tageblatt ab 23,91 Euro plus Gebühren – allerdings nicht in den Geschäftsstellen, sondern nur im ST-Haus, Mummstraße.